Einen Halbwellendipol planen
Zwei Schenkel, ein Speisepunkt und mehrere Einflüsse: vom Längenansatz zum sinnvollen Abgleich.
- Gesamt- und Schenkellänge bestimmen.
- Resonanz, Anpassung und Aufbau trennen.
Die Geometrie zuerst
- Gesamtlänge L
- 10.028 m
- Je Schenkel
- 5.014 m
Ein mittengespeister DipolEin mittengespeister Halbwellendipol besitzt zwei Leiterhälften. Zusammen sind sie ungefähr eine halbe Wellenlänge lang; reale Abmessungen hängen von Aufbau und Umgebung ab.Beispiel & vollständige Erklärung → besitzt zwei ungefähr gleich lange Schenkel. Zusammen liegen sie in der Nähe einer halben Wellenlänge. Mit einem gewählten Startfaktor von 0,95 ergeben sich bei 14,2 MHz rund 10,028 m Gesamtlänge und 5,014 m je Schenkel. Diese Werte sind ein Rechenbeispiel für den Entwurf, keine garantierten Zuschnittmasse.
Die KoaxialkabelKoaxialkabel führt das Signal über einen Innenleiter und einen konzentrischen Aussenleiter. Dazwischen liegt ein Dielektrikum; Aufbau und Material bestimmen Wellenwiderstand, Verluste und Ausbreitungsgeschwindigkeit.Beispiel & vollständige Erklärung → gehört nicht zur Gesamtlänge der beiden Strahler. Isolation, Drahtdurchmesser, Endbefestigungen und benachbarte Gegenstände beeinflussen die wirksame elektrische Länge. Auch eine gerade Aufhängung und ein Inverted-V-Aufbau sind nicht identisch: Der Winkel verändert unter anderem die Speisepunktimpedanz und das Strahlungsverhalten.
↑ Zum InhaltsverzeichnisSymmetrie und Speisung
Der Dipol ist ein symmetrischer Strahler, Koaxialkabel eine unsymmetrische Leitung. Eine geeignete Mantelwellensperre kann unerwünschten Strom auf der Aussenseite des Schirms reduzieren. Ohne kontrollierte Speisung kann die Leitung Teil des strahlenden Systems werden; dann verändert bereits ihre Lage das Messergebnis.
Resonanz bedeutet am gewählten Bezugspunkt einen verschwindenden Blindanteil. Das garantiert keinen Widerstand von genau 50 Ω und damit auch kein SWR / StehwellenverhältnisSWR beschreibt das Verhältnis von Spannungsmaximum zu Spannungsminimum auf einer Leitung mit stehenden Wellen. Es hängt mit der Reflexion an einer Fehlanpassung zusammen.Beispiel & vollständige Erklärung → von 1:1. Betrachte beim Abgleich nach Möglichkeit Widerstands- und Blindanteil zusammen. Ein einzelnes SWR-Minimum erzählt weniger als eine vollständige Impedanzkurve.
↑ Zum InhaltsverzeichnisSchrittweise abgleichen
Baue etwas länger auf, miss in der endgültigen Höhe und ändere beide Schenkel gleichmässig in kleinen Schritten. Eine Kürzung verschiebt die Resonanz bei vergleichbarer Umgebung typischerweise nach oben. Dokumentiere Ausgangslänge, Aufbau und jede Änderung. So entsteht aus einem berechneten Startwert ein nachvollziehbar abgestimmter Aufbau.
↑ Zum InhaltsverzeichnisEin Beispiel vollständig durchrechnen
Wir planen rechnerisch für 14,2 MHz mit k = 0,95. Zuerst die Einheit: 14,2 MHz = 14 200 000 Hz. Daraus folgt λ = 299 792 458 / 14 200 000 ≈ 21,112 m. Die ideale Halbwelle ist 10,556 m. Multipliziert mit dem gewählten Faktor ergeben sich 10,028 m Gesamtlänge, also rund 5,014 m je Schenkel. Erst am Ende runden, sonst summieren sich Rundungsabweichungen.
Zum Vergleich: Bei 145 MHz ergibt derselbe Rechenweg 0,982 m Gesamtlänge und 0,491 m je Schenkel. Die beiden Beispiele sind Entwürfe, keine dokumentierten Aufbauten meiner Station. Im verknüpften Rechner kannst du Frequenz und Faktor selbst verändern und die beschriftete Zeichnung mitverfolgen.
↑ Zum InhaltsverzeichnisDrei typische Fehler beim ersten Aufbau
Gesamtlänge als Schenkellänge verwenden: Das verdoppelt den Strahler. Kontrolliere vor dem Zuschnitt, welche Länge gemeint ist. Ohne Abgleichreserve zuschneiden: Zu kurz geratene Schenkel lassen sich nur durch Verlängern korrigieren. Nur auf einer Frequenz messen: Erst der Verlauf über mehrere Frequenzen zeigt, in welche Richtung du abgleichen solltest.
Notiere Frequenz, beide Schenkellängen, Höhe und das beobachtete SWR vor und nach jeder Änderung. Verändere jeweils nur eine Sache. Bleibt der Verlauf unplausibel, überprüfe Speisung und Zuleitung, bevor du weiter Material entfernst.
↑ Zum InhaltsverzeichnisVom Lesen zum Ausprobieren
Halbwellendipol
14,2 MHz und k = 0,95 ergeben ungefähr 10,029 m insgesamt und 5,014 m je Schenkel.
Beispiel mit Startwerten öffnen →Frequenz: 14.2 MHz · Verkürzungsfaktor: 0.95Verändere anschliessend genau einen Wert. Vergleiche das Ergebnis und erkläre mit der Formel, weshalb es sich verändert. Die Modellgrenzen unter dem Rechner gelten auch hier.
Ein Begriff ist noch unklar?
Diese Erklärungen helfen dir beim Weiterlesen.
Hast du den Zusammenhang?
Die berechnete Gesamtlänge beträgt 10 m. Wie lang sind die beiden gleichen Schenkel?
Lösung & Erklärung anzeigen
Je 5 m. 10 m pro Schenkel würde die vorgesehene Strahlerlänge verdoppeln.