Antennenhöhe und Funkhorizont
Die Erdkrümmung abschätzen, den k-Faktor verstehen und Modellgrenzen im Gelände erkennen.
- Die Rolle beider Antennenhöhen verstehen.
- Geometrischen Horizont von Reichweite trennen.
Beide Enden tragen zum Horizont bei
Für eine glatte kugelförmige Erde ergibt sich die Tangentenstrecke einer Antenne aus √(2Rh+h²). Bei zwei Antennen werden die beiden Strecken addiert. Solange die Höhen klein gegenüber dem Erdradius sind, wächst die Strecke ungefähr mit der Quadratwurzel der Höhe. Vierfache Höhe verdoppelt daher ungefähr den jeweiligen Horizontanteil.
Die Höhe ist die Höhe über der im Modell angenommenen Bezugsfläche, nicht pauschal die Meereshöhe deines Standorts. Ein Berggipfel und ein gleich hoher Mast in einer flachen Landschaft besitzen verschiedene Geländeprofile. Der einfache Rechner enthält keine Geländedaten und kann diesen Unterschied nicht auflösen.
↑ Zum InhaltsverzeichnisWarum ein effektiver Erdradius verwendet wird
Atmosphärische Brechung kann Funkstrahlen krümmen. Ein vereinfachtes Modell ersetzt diese Wirkung durch einen effektiven Erdradius kR. k = 1 beschreibt die reine Geometrie; 4/3 ist eine verbreitete Standardannahme für eine bestimmte mittlere Brechung. Sie ist kein aktueller Wetterwert und kann bei anderen atmosphärischen Bedingungen unpassend sein.
Mit 10 m und 2 m Antennenhöhe ergeben sich bei k = 4/3 ungefähr 18,9 km kombinierter Horizont. Das ist eine geometrische Modellgrösse. Eine Verbindung kann durch Hindernisse schon vorher scheitern oder durch andere Ausbreitungsmechanismen über diesen Abstand hinaus funktionieren.
↑ Zum InhaltsverzeichnisFür eine Strecke weiterdenken
Prüfe als Nächstes Geländeprofil, Fresnelzone und Leistungsbilanz. Selbst eine optisch freie Linie kann zu wenig Raum für die erste Fresnelzone lassen. Senderleistung oder Antennengewinn gehen in den Horizontrechner nicht ein; sie verändern den geometrischen Horizont nicht, können aber die Nutzbarkeit einer konkreten Strecke beeinflussen.
↑ Zum InhaltsverzeichnisVom Lesen zum Ausprobieren
Funkhorizont
10 m und 2 m ergeben bei k = 4/3 ungefähr 18,9 km Horizontdistanz.
Beispiel mit Startwerten öffnen →Antennenhöhe A: 10 m · Antennenhöhe B: 2 m · Effektiver Erdradiusfaktor k: 1.3333333333333333Verändere anschliessend genau einen Wert. Vergleiche das Ergebnis und erkläre mit der Formel, weshalb es sich verändert. Die Modellgrenzen unter dem Rechner gelten auch hier.
Hast du den Zusammenhang?
Verdoppelt doppelte Antennenhöhe den Horizont?
Lösung & Erklärung anzeigen
Bei kleinen Höhen nein. Der eigene Horizontanteil steigt ungefähr um √2, also rund 41 %. Der Anteil der zweiten Antenne bleibt unverändert.