Den Wasserfall lesen
Frequenz, Zeit und Farbe unterscheiden – und aus einem Spektrumbild sinnvolle Beobachtungen machen.
- Signalbreite und zeitlichen Verlauf erkennen.
- Anzeige und Messung auseinanderhalten.
Im simulierten SDR-Lernlabor ausprobieren →
Drei Informationen in einem Bild
Die waagrechte Achse zeigt die Frequenz. Jede neue Zeile bildet einen späteren Zeitpunkt ab; ältere Zeilen wandern je nach Oberfläche nach oben oder unten. Die Farbe steht für die angezeigte Signalstärke innerhalb der gewählten Farbskala. Ein kontinuierlicher Träger zeichnet eine schmale Linie, ein kurzer Aussendeburst einen begrenzten Fleck.
Das Spektrum oberhalb des Wasserfalls ist meist eine momentane oder gemittelte Ansicht. Der WasserfallEin Wasserfall zeigt das Spektrum im Zeitverlauf: Eine Achse steht für Frequenz, die andere für Zeit. Die Farbe stellt den relativen Signalpegel dar.Beispiel & vollständige Erklärung → ergänzt die Vorgeschichte. Ein Signal, das gerade verschwunden ist, bleibt darin noch sichtbar. Damit kannst du wiederkehrende Aussendungen, Pausen und langsam wandernde Frequenzen erkennen.
Drei Spuren, drei Beobachtungen
- A: schmale Spur – ein Signal bleibt auf derselben Frequenz.
- B: kurzer Block – ein breiteres Signal ist nur zeitweise sichtbar.
- C: geneigte Spur – die angezeigte Frequenz verändert sich mit der Zeit.
Kannst du aus der breiten Spur B sicher auf FM schliessen?
Erklärung aufklappen
Nein. Die Form zeigt Breite und Verlauf. Die Betriebsart musst du zusätzlich bestimmen; auch eine Störung kann breit sein.
Muster sind Hinweise
Ein AM-Signal kann einen kräftigen Träger mit Seitenbändern zeigen. SSB-Sprache wirkt oft wechselhaft und besitzt keinen vergleichbar starken ausgesendeten Träger. Schmale digitale Signale können mehrere Linien oder wiederkehrende Muster bilden. Ähnliche Bilder entstehen aber auch durch andere Betriebsarten oder Störungen: Ein Muster ist noch keine sichere Identifikation.
Zoome so weit hinein, dass du die belegte Breite erkennen kannst. Setze das Empfangsfilter auf das gewünschte Signal und höre mit passender Betriebsart hinein. Prüfe die Einordnung anhand mehrerer Merkmale: Breite, zeitlicher Ablauf, Frequenzlage und demoduliertes Audio. Vermeide Schlussfolgerungen allein aus einer Farbe.
↑ Zum InhaltsverzeichnisWarum heller nicht automatisch besser ist
Veränderst du Minimum, Maximum oder Kontrast der Farbskala, verändert sich das Bild ohne Verbesserung des Empfangs. Auch Mittelung und FFT-Auflösung beeinflussen die Darstellung. Screenshots verschiedener Empfänger sind deshalb ohne gleiche Einstellungen und Kalibrierung keine zuverlässigen Pegelvergleiche.
Für einen einfachen Vergleich lasse alle Anzeigeparameter gleich und ändere nur eine Sache, etwa das Empfangsfilter. Beobachte zusätzlich die Verständlichkeit. Ein schönes Wasserfallbild und gut verständliche Sprache sind unterschiedliche Ziele; eine reduzierte Rauschleistung im Audio muss die Farben im gesamten Spektrum nicht verändern.
↑ Zum InhaltsverzeichnisEin Begriff ist noch unklar?
Diese Erklärungen helfen dir beim Weiterlesen.
Hast du den Zusammenhang?
Nach einer Kontraständerung ist das Signal gelb statt blau. Ist seine HF-Leistung gestiegen?
Lösung & Erklärung anzeigen
Das lässt sich daraus nicht ableiten. Du hast zunächst nur die Zuordnung zwischen Pegel und Farbe verändert.